Marco´s Taxi-Blog

Mehr Spaß geht nicht..!

Blog-Umzug

Die Blog-Funktionen von Google und die Einfachheit der Anwendung haben mich überzeugt.

Deshalb ist mein Blog ab sofort zu finden unter:

http://der-taxi-blog.blogspot.com

3. September 2011 Geschrieben von | Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Kleine Schnitzeljagd

Sicher hat jeder von uns schon mal an einer “Schnitzeljagd” teilgenommen. Und damit meine ich nicht die Jagd nach dem größten Schnitzel im Restaurant..–)). Mit Sicherheit in der Freizeit. Ich durfte eine solche – im kleinen Rahmen – heute während der Arbeitszeit erleben. Und zwar im UKE (Uni Klinik HH-Eppendorf).

Im Laufe des vergangenen Jahres habe ich gelernt, mich dort gut zurecht zu finden. Aber nicht jeder Auftrag ist gleich. Mein heutiger lautet ganz lapidar: “Bringen Sie diesen Umschlag ins UKE, Abteilung Gefäßchirurgie, zu Händen Frau Nordstad (Name geändert).”

Musik an, in der Verkehr einfädeln und los ging´s. Nach den vielen Ortsfahrten heute Vormittag mit gefühlt noch mehr Rollatoren war ich ganz froh über diese beschauliche Tour in die Stadt.

Beim Pförtner erkundigte ich mich nach der Abteilung.

  • “Welche Gefäßchirurgie meinen Sie denn?”
  • “Puh, hier steht nicht mehr drauf als das…”
  • “Wir haben eine im Zentralgebäude und eine in O 70.
Ich bat ihn, im Computer nach Frau Nordstad zu sehen. Wenn sie Mitarbeiterin ist, hat sie sicher Telefon. Aber – Fehlanzeige. Ich beschloß, im Zentralgebäude nach ihr zu “fanden”. Das ist nicht ganz einfach, denn vor diesem gibt´s keine Parkplätze. Sei´s drum, es kann ja nicht lange dauern. Deswegen belegte ich verbotswidrig den Bushalteplatz.
Aber auch der Empfang im Hauptgebäude konnte keine Frau Nordstad finden, dafür jedoch mir den Weg zu Gefäßchirurgie zeigen.
  • “Gehen Sie in Gang A, dann ganz bis hinten durch und am letzten Tresen fragen sie nochmals.”
“Bis hinten durch” erwies sich als gut 100 m langer Flug mit einem Bodenbelag, der meine Sohlen quietschen ließ. Ich machte eine Mordslärm, wie mir schien.
  • “Neeeiiin, hier sind Sie verkehrt. Sie müssen nach Gebäude O 70. Dort sind sie hingezogen.”
Wie schön. Eigentlich war ich ganz froh darum, denn ich hatte wegen meines “falsch” geparkten Autos ein mulmiges Gefühl. Doch zu Unrecht. Alles war noch in Ordnung, kein Zettelchen dran. Ich wendete und fuhr durch die Schranke auf´s eigentliche Klinikgelände. Das Gebäude war mir bekannt. Auch der unbefestigte Parkplatz davor. Passte man hier nicht auf, stand man im Schlamm oder holte sich beim Aussteigen nasse Füsse.
Auch O 70 hatte einen Empfang. Mit einer ziemlich netten “Empfangsdame”. Sie hatte nur einen Schönheitsfehler: ihr Stimme klang wie eine kleine Kreissäge! Während sie noch ins Telefon sprach, befürchtete ich, sie könne mit ihrer Stimme den Hörer zerschneiden…
  • “Moin, ich suche Frau Nordstad.”
  • “Kein Problem. Den Gang links und die 2. Tür auf der linken Seite.”
Endlich. Scheinbar hatte ich sie gefunden. Im besagten Zimmer saß eine junge Krankenschwester, von der ich annahm, sie sei Frau Nordstad.
  • “Nein, Frau Nordstad ist derzeit in Behandlung.”
Es klingelte bei mir. Deswegen hatte man die gute Frau nicht in der Mitarbeiterliste finden können. Frau Nordstad war eine PATIENTIN…–((.
Die Schwester sah meinen verstörten Blick und meinte:
  • “Ich habe den Umschlag extra an Frau Nordstad adressieren lassen, damit man uns auch findet.”
Die Logik dahinter verstand ich nun nicht. Denn genau DESWEGEN hatte ich sie erst nicht gefunden!
Nun, egal. Der Umschlag war übergeben. Die Situation schrie förmlich nach einem “runden Abschluß”. Diesen fand ich in Form einer Currywurstbude auf dem UKE-Gelände..–)). Hier gibt´s mit Abstand die besten Currywürste!
Auch das UKE hat seine guten Seiten..–))

30. August 2011 Geschrieben von | Allgemein | 1 Kommentar

Schwaben und das Geld

Über viele Volksgruppen in Deutschland gibt´s Vorurteile. Die meisten sind aus meiner Erfahrung Unsinn, manche haben aber einen wahren Kern. Dieses trifft offensichtlich auch auf den Stamm der “Schwaben” zu. Man sagt sich ja über sie, sie seien “sparsam”.

Nach allem, was ich in den letzten Monaten mit schwäbischen Kunden erlebt habe, nenne ich sie schlichtweg “geizig”.

Die meisten Schwaben bei uns sind Geschäftskunden, die ein oder zwei Nächte beruflich in Hamburg, bzw. in Reinbek zu tun haben. Sie kommen zu beinahe 100% mit dem Flugzeug. Mein Pech war es, 3 von ihnen im Laufe des Sommers zum Flughafen und 1 in die Innenstadt zu bringen, von wo er ein ein paar Stunden später sich per S-Bahn ebenfalls nach Fuhlsbüttel aufmachen wollte.

Die ersten 3 Süddeutschen haben entweder gar kein Trinkgeld gegeben oder sie konnten aufgrund eines voran gegangenen Gesprächs während der Fahrt nicht mehr umhin, eines zu geben, weil wir ausführlich über die Bezahlung im Taxigewerbe gesprochen hatten. In jedem Fall ging die Initiative zu diesem Thema vom Fahrgast aus! Und wenn einer es so genau wissen möchte, dann kann ich sehr gesprächig sein…–)). Wenn am Ende ein Bonus für mich raus sprang, dann merkte beinahe einen körperlichen Schmerz, der sich sich wohl von seiner Schulter bis zur zahlenden Hand ausstreckte. Auch die Gesichtszüge waren verändert. Glückliche Menschen sehen anders aus…

Mein schwäbische Kunde am vergangenen Donnerstag (direkt aus Stuttgart) wollte erst einmal zum Jungfernstieg und dort noch Kaffee trinken und das Wetter geniessen. Kundenfreundlich wie ich bin, gab ich ihm Tipps, wie er die nächsten Stunden bis zum Abflug verbringen könnte. Zum Beispiel mit Kaffee & Kuchen im “Alsterpavillion”. Die Idee gefiel ihm. Ich gab noch weitere Ideen zum Besten, wie eine Fleetrundfahrt usw. . Er fand das alles gut.

Als wir in den Ballindamm einbogen und ich ihm den schon sichtbaren “Alsterpavillion” zeigte, zögerte er kurz. Dann bat er mich, doch gleich hier anzuhalten. Etwas in Höhe der Hapag-Lloyd Zentrale. Er wolle noch ein wenig laufen.

Ich vermute eher, daß er seit einigen Minuten das Taxameter im Auge hatte und sich selbst eine Preisgrenze gesetzt hatte. Wir hielten bei 40,80 €. Nach meinen ausführlichen Tipps und guten Ratschlägen, neben einigen geschichtlichen Hinweisen auf die Stadt, hätte ich nun einen Betrag von 43,- € oder 44,- € erwartet.

  • “Ähh..ja, dann machen Sie mal…. sagen wir, 41,- €..!”
Mein Stimmung fiel auf den Nullpunkt ab. Wieder einmal hatte sich Engagement nicht gelohnt. Und wieder einmal war es ein Schwabe.
Klare Sache: ab jetzt rede ich mit schwäbischen Fahrgästen nur noch das Nötigste. Nur noch, wenn ich gefragt werde. Und dann – knapp. Alles andere ist Zeitverschwendung.

28. August 2011 Geschrieben von | Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Chrom und Leder

Genau so hatte ich mir den Sonntag vorgestellt. Ein gute Mischung aus sonderbaren und “normalen” Fahrgästen.

Kurz nach 6 Uhr morgens sollte ich bereits “für sofort” zu einer Adresse nahe des Reinbeker Schlosses. “Für sofort” heißt übersetzt: es ist eilig! Die gut 800 m legte ich zügig zurück, fand die Hausnummer schnell und war überrascht, daß der Kunde noch nicht draußen stand. Na, so eilig konnte es dann wohl doch nicht sein?!

Ich wartete 5 Minuten. Da mir keine Information vorlag, daß ich NICHT klingeln darf, suchte ich den Eingang, sah dahinter Licht – und drückte auf´s Knöpfchen. Ein leises “..Dingdong..” war zu hören, dann wieder Stille. Unerwartet ging neben der Eingangstür ein Fenster auf. Ein Mann, der aussah, als hätte er eben noch in einer Moschee gepredigt, tauchte darin auf. Langer “Taliban-Bart” (nein, ich entschuldige mich nicht für den Begriff!), dafür wenige, aber lange Haare auf dem Kopf, Schiesser-Feinripp Unterhemd.

Er schüttelte den Kopf.

  • “Das geht ja wohl gaaar nicht, daß Sie hier klingeln. Meine Familie schläft noch..”
Ich entschuldigte mich mit den Worten, daß mir ein “Klingelverbot” nicht bekannt gewesen sei und ich auch schon mehr als 5 Minuten auf ihn wartete.
Er hörte gar nicht zu, hatte ich das Gefühl. Das Fenster schloß sich und ich ging zum Auto zurück. Ein paar Minuten später kam er, immer noch mit vorwurfsvollen Gesicht, heraus.
Im Auto entwickelte sich eine Diskussion über mein Verhalten und über das meiner Funkerin, die er, kaum war ich wieder beim Auto, angerufen hatte. Er schimpfte wie ein Rohrspatz, beleidigte die Kollegin in Abwesenheit und war kaum zu bremsen. So gut es ging verteidigte ich unsere Frühschicht, aber das ging unter. Er fiel dann verbal nochmals über mich her, dann riß mir der Geduldsfaden. Er bekam von mir ein paar deutliche Worte über SEIN Verhalten und meiner Kollegin gegenüber zu hören, was ihn von seiner Stimmung ein wenig herunter holte.
So einen Start in den Tag mag ich ja besonders..–((. Den Clou brachte er dann, als wir schon gut 5 Minuten unterwegs waren.
  • “Äh, ja, also mir ist wichtig, daß wir um 6.40 Uhr am Bahnhof sind.”
Die aktuelle Uhrzeit sprach dagegen. Es war schon 6.20 Uhr und selbst bei sehr zügiger Fahrweise war es Utopie, das zu schaffen.
  • “Ich werde mir Mühe geben.”
Natürlich waren wir ein paar Minuten später dort. Ein wenig überrascht war ich dann doch, als er sich für seinen “..Fehlstart..” entschuldigte! Immerhin.
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Wie schnell man in diesem Job in den Himmel erhoben wird, bekam ich am späten Vormittag zu hören. Eine alten Dame, bereits 88, ließ sich von mir zur Kirche nach Bergedorf fahren. Dort war aber zeitgleich das “Stadtfest”, wohl eine romantische Erinnerung an die Zeit, als dieser Stadtteil noch eigenständig war.. Wegen des Stadtfestes konnte ich Frau C. nicht direkt vor´s Portal fahren. Das Wetter war allerdings schön und so legte sie die restlichen 200 Meter zu Fuß zurück.
Gut 2 Stunden später wollte Frau C. auch wieder nach Hause. Ich übernahm die Tour, weil ich ja wusste, wo sie ausgestiegen war. Leider hatten wir uns nicht verabredet, daher wartete ich erst einmal umsonst. Bis eine andere Frau auf mich zukam und fragte, ob ich denn auf “..eine alte Dame..” warten würde? Sie stünde um die Ecke vor der Kirche und wäre schon besorgt, daß ich nicht käme.
Nun verhinderte ja das Stadtfest eine Anfahrt auf die Kirche auf diesem Weg. Ich musste – und das ziemlich flott – mehrere Häuserblocks mit dem Auto umrunden und schlich mich an ein paar Marktständen vorbei auf die Kirche und eben auf Frau C. zu. Sie war glücklich und selig, als sie mich erkannte.
  • “Oh, Sie haben mich gefunden. Wie schööön..!”
Klar, ich lasse doch keine Omi irgendwo stehen! Sie konnte sich während der gesamten Fahrt nicht so richtig beruhigen, so froh war sie. Beim Aussteigen bekam ich dann das netteste Kompliment:
  • “Sie sind heute mein E-n-g-e-l, den der Himmel mir geschickt hat..!!”
Hmm.. Hat mein Chef noch nie zu mir gesagt.
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Was fehlt? Richtig! Das Sahnehäubchen! Und das kam gestern in folgender Form daher:
  • Schwarz
  • Alu, Stahl, Chrom und Ledersitze
  • 4,2 Liter V8 Motor mit 314 PS
  • Holzlenkrad, Navi, Fernsehen, etc.
Kurz: in Form eines Mercedes 420 CDi. Ein Traum für einen Mercedes-Fan wie mich. Natürlich kam das Gefährt nicht zu mir, sondern umgekehrt.
Eine gute Kundin unserer Firma, Frau G. aus W., lässt es sich manchmal einfallen, ihre Gäste aus Hamburg mit dem eigenen Wagen kommen zu lassen. Dazu ruft sie bei uns an, bestellt ein Fahrer, der mir ihrer S-Klasse das übernimmt, während sie Zuhause wartet.
Gestern “traf” es mich. Ich holte das “Baby” ab, fuhr nach Hamburg an die schöne Außenalster und lud 2 Gäste von Frau G. ein und bei ihr wieder aus. Auf der Hinfahrt (allein) nutzte ich die Autobahn, rollte – brav – mit 90 km/h am Kreuz Ost vorbei und als ich am Schild “120 km/h” vorbei fuhr, konnte ich mich nicht mehr beherrschen.
Mein Fuß drückte das rechte Pedal hinunter (nicht bis Anschlag, nein) und mein Mundwinkel wurden leicht nach hinten gezogen. DAS nennt man Beschleunigung! Wow. Leider war der Spaß nach 3 km auch schon wieder vorbei.
Trotzdem. Ein so edles Fahren ist einem nicht oft vergönnt. Da machte es auch nichts, daß ich ihr Gäste zu einer Zeit wieder nach Hause fahren sollte, zu der ich eigentlich schon Feierabend haben sollte / wollte. Aber diesen Spaß wollte ich mir dann nochmals gönnen..–))

Mercedes S-Klasse

22. August 2011 Geschrieben von | Allgemein | 1 Kommentar

Ekeltage?!

Wer geglaubt hätte, anrüchige Fahrgäste wären das Einzige, was einem manchmal Ekeliges unterkommt, der irrt.

Gegen Mittag bestellte das Bethesda Krankenhaus Bergedorf ein Taxi. Sie hatten mal wieder eine “Materialfahrt” nach HH-Harburg, zu einem Labor.

Unser Stand war nicht besetzt und auf die mehrfache Frage unserer Funkerin, wer denn mal diese Tour (Fahrtziel und -zweck werden nicht gleich genannt) übernehmen könne, meldete sich niemand. Da ich selbst zwar frei war, aber eine geschätzte Anfahrtzeit von gut 15 Minuten gehabt hätte, meldete ich mich erst mal nicht. Ausserdem war ich der Ansicht, daß noch mindestens 2 meiner Kollegen irgendwo unbesetzt umher schwirrten?! Aber von diesen kam auch keine Meldung.

Um die Funkerin letzten Endes nicht auf dem Auftrag sitzen zu lassen, übernahm ich ihn. Materialfahrten bringen uns zwar keine Zusatzbrot, aber irgendwer muß sie schließlich machen. Jeder ist damit mal dran. Ich traf also um 12.30 Uhr im Krankenhaus ein, nahm – sportlich wie ich bin…–)) – die 3 Stockwerke (nach oben) zu Fuß und meldete mich artig im Schwesternzimmer. Der Transportschein war schnell gefunden, aber wo war das Material??

Eine hektische Suche begann, bis schließlich die dritte mit eingebundene Schwester laut durch die Gänge rief:

  • “Weiß jemand, wohl die Stuhlprobe von Herrn Schröder liegt..??” (Name geändert)
Laut Transportschein war Herr Schröder schon über 80 Jahre alt, also bestanden gute Chancen, daß er diese dezente Art der Stuhlsuche nicht hörte. Es stellte sich heraus, daß Herrn Schröder´s Stuhl(probe) durch den Pfleger versehentlich mitgenommen worden war. Und nun lag sie wohl im Labor. Eine der 3 Schwestern lief nach unten und gut 10 Minuten später wedelte sie mit dem (Stuhl-)Beutel vor meiner Nase herum.
  • “So, da ist sie. Und nehmen Sie die anderen Proben auch gleich mit?”
Fragte – und übergab mir 5 weitere Beutel. Lecker.
Im Auto legte ich die Beutel auf die Beifahrer-Fußmatte. Muß ja nicht sein, daß sie oben, direkt in meinem rechten Blickfeld liegen. Jedes Mal, wenn ich in den Seitenspiegel sehe, würden sie meinen Blick ablenken.
Erst nach mehreren Kilometern bemerkte ich dann, daß alle Proben in durchsichtigen Beuteln und durchsichtigen Röhrchen verpackt waren!!!
Meinetwegen können die Proben im Krankenhaus ohne Verpackung weiter gereicht werden, aber in meinem Auto muß ich so etwas nicht noch einmal haben. Wozu gibt´s Verpackungen?

19. August 2011 Geschrieben von | Allgemein | 1 Kommentar

Selbstachtung? Fehlanzeige.

Das mit der Selbstachtung ist ja so eine Sache. Jeder Mensch hat eine Grenze, die er nicht überschreitet, weil es ihm peinlich ist. Sollte er zumindest haben. Im Speziellen meine ich damit, wie er sich nach außen zeigt. Sei´s mit seinem Verhalten, sei´s mit seiner Kleidung und seinem – Körpergeruch. Und damit bin ich beim Thema.

Der heutig Tag war einfach zum Abhaken. Irgendwie war ich auch müde, wahrscheinlich liegt´s am Wetter. Je älter ich werde, desto empfindlicher werde ich auch bei bestimmten Wetterlagen. Kommt aber nicht oft vor. Eigentlich war der Tag schon für die Tonne, als ich die erste Tour bekam. Es reicht, wenn meine Leser wissen, daß dieser Kunde zu einem Kreis der “Vielfahrer” gehört. Meine lesenden Kollegen wissen sowieso schon, um welchen “Kreis” es hier geht…

Es ging los mir Herrn O. aus B. Herr O. wird 3 x pro Woche gegen 7.00 Uhr abgeholt und nach Reinbek gebracht. Im Grunde ist Herr O. ganz angenehm zu fahren. Einsteigen – Guten Morgen! sagen – Klappe halten – fahren – ankommen. Da die Fahrt über eine Schnellstraße geht, ist man auch schnell am Ziel. Aber – und das ist der Knackpunkt – Herr O. nimmt es mit der Körperhygiene nicht so genau…–((. Inzwischen habe ich festgestellt, daß man ihn am besten dienstags fahren kann, dann hatte er wohl am Vorabend Badetag. Er riecht nach gar nichts. Am Donnerstag ist dann das Wohlfühlen vorbei. Ein Geruch wie ein in die Schüssel gehängter billiger Klostein durchzieht dann das Taxi.

W-i-d-e-r-l-i-c-h! Als er ausstieg, fuhr ich alle 4 Fenster hinunter.

Leider war Herr O. heute nicht der einzige Kunde aus diesem Kreis. Insgesamt 6 Fahrten dieser Art hatte ich zu absolvieren. Solche Tage sind zum Glück selten, prägen sich aber besonders ins Gedächtnis ein.

Zum zweiten “Peak” am Mittag ging´s erst richtig los. Herr W. aus G. markierte den Anfang. Er ist u.a. (fast) blind und hat wohl auch noch keinen Werbevertrag mit einem namhaften Duschgel-Hersteller ergattert. Dieser herbe Geruch aus Männerschweiß weht in kleinen Schüben zum Fahrer herüber. Da ist man schon froh, wenn man am Ziel schnell aussteigen und seinen Rollstuhl heraus holen darf. Einziger Lichtblick: die Betreuerin von Herrn W. gibt morgens und abends Trinkgeld! Ein in diesem Kundenkreis einmaliger Vorgang.

Nach Herrn W. wurde meiner Nase ein Pause gegönnt, denn die beiden nächsten Kunden waren “geruchsneutral” und auch vernünftig angezogen. Was man, nebenbei bemerkt, weder über Herrn O., noch über Herrn W., noch über ein paar andere Kunden dieses Kreises sagen kann.

Kurz vor Schluß des “Peaks” erwischte es mich nochmals mit Herrn O. Klar, er musste ja auch wieder nach Hause. Aber warum mit MIR? Er erwartete mich schon auf dem Parkplatz, schlich zum Taxi, ließ sich geräuschvoll hinein fallen und meinte dann:

  • “Sie haben´s wohl noch nicht gehört, oder?”
  • “Was, bitte?”
  • “Na, daß ich jetzt erst mal ins Krankenhaus soll..”
Oh nein. In meiner Fantasie sah ich mich schon durch die halbe Stadt fahren zu einem abgelegenen Spezialkrankenhaus, meine Nase wurde fortwährend gequält, und…
  • “In welches Krankenhaus?”
  • “Hier in Reinbek..”
Ein kurzes “Danke!” ging gen Himmel! Das waren nur 2 Minuten Fahrtzeit. Ich machte 1,5 Minuten daraus..
Der Tag war irgendwie gebraucht. Trotzdem, ich frage mich wirklich, wieso schaffen es manche Menschen nicht, sich zumindest geruchsneutral in die Öffentlichkeit zu begeben? Das ist für mich eine Frage der Selbstachtung, vom Respekt anderen gegenüber mal ganz abgesehen.
Eines baut mich jedoch wieder auf: zwei solcher Tage am Stück habe ich noch nicht erlebt. Deshalb kann´s morgen nur besser werden.

18. August 2011 Geschrieben von | Allgemein | 7 Kommentare

Zu früh, zu laut, zu viel.

Für einen Früh- und Tagesschichtfahrer bringe ich eine gute Voraussetzung mit: ich kann auch morgens vor 6 Uhr bereits mit Kunden über alle Themen dieser Welt reden. Na ja, fast alle. Und wer mich kennt, wird bestätigen, daß ich selten mundfaul bin und mir meistens zu allem etwas einfällt.

Aber heute Morgen habe ich meine Meisterin gefunden. In Gestalt eine Kundin, die bereits um 6.00 Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht werden wollte. Die Zeit, die mir vom Eintreffen in der Firma bis zum Abholtermin blieb, war sportlich bemessen, aber natürlich kein Problem für mich..–)). Zehn Minuten von der Schlüsselübernahme, über Auto “suchen”, Utensilien einräumen, Schichtzettel überprüfen bis hin zum langsamen, der frühen Tageszeit angemessenen Vorfahren bei der Kundin: 5:59 Uhr.

Da stand sie schon in der Tür: Groß. Breit. Dunkelhaarig. Und sicher bei “Weightwatchers” schon mehrfach gescheitert. Ihr Handtasche wie eine mittelalterliche Waffe schwingend, trabte sie auf mich zu. Riß die Tür auf und senkte ihr Körperfülle in mein Auto. Im letzten Moment erkannte ich zwar, daß der Sitz für ihre Größe zu weit vorne stand, griff auch schon an den Verstellhebel, aber ich schaffte es nur noch, meine Hand rechtzeitig aus der Gefahrenzone zu ziehen… Dann saß sie.

Wie immer machte ich eine einleitende Bemerkung auf die der Fahrgast knapp oder ausführlich antworten kann. Schließlich will nicht jeder Fahrgast um diese Zeit ein Gespräch anfangen. Meistens lasse ich ein paar Worte über das Wetter fallen oder schließe aus der Menge an Gepäck auf das Reiseziel. So auch dieses Mal. Die Frage verfing. Wir hatten die Hauptstraße noch nicht erreicht, kannte ich schon ihr Zeil, ihre Reisedauer und wann sie aufgestanden war. Ich fürchtete schon, sie würde noch weiter ins Detail gehen, aber sie riß sich zusammen und blieb bei ihrer Reise.

So ging es in den folgenden 40 Minuten weiter. Ab und zu machte ich eine Anmerkung dazu oder berichtete in zwei Sätzen von meinen Reiseerlebnissen aus den vergangenen 20 Jahren. Aber so richtig interessiert war sie daran nicht. Stattdessen laberte sie über alles, was ihr gerade durch den Kopf ging.

An der Kreuzung Rübenkamp / Hebebrandstraße ging mein Blick schon flehend zur nächsten Ampel. Hoffentlich ist sie grün und ich muß nicht stehen bleiben!!!? Sie WAR grün, denn wenn man die Strecke zwischen erwähnter Kreuzung und Sengelmannstraße in einer gewissen …–)) Geschwindigkeit zurück legt, erwischt man sie tatsächlich.

Weitere 4 Minuten später hatte ich es dann geschafft. Der Redeschwall versiegte, denn sie war ausgestiegen.

Da sie zu meiner Besänftigung ein Trinkgeld über dem üblichen Schnitt mir gelassen hatte, vergaß ich die Fahrt auch recht schnell. Mein nächstes Ziel war nämlich DER Taxitreff für Frühschichtler: die Shell in der Alsterkrugchaussee!

Das Ziel meiner Begierde floss dann um 6.45 Uhr in dunkelbrauner Farbe und kochend heiß in den Pappbecher und kurz darauf durch meine Kehle..–)).

16. August 2011 Geschrieben von | Allgemein | 1 Kommentar

Pürrée und Bratwurst

Schon manchmal ulkig, wofür manche Kunden ein Taxi bestellen.

Gegen 13.30 Uhr kam der Funkauftrag:

  • “Hole bitte beim Schlachter die Nr. 2 und bringe es in die Schulstraße XX zu Frau XY…!”
Spontan fiel mir nicht ein, was die Bestellung bedeuten sollte. Auf Nachfrage erfuhr ich, daß auch meine Funkkollegin sich nur schwer eine Reim darauf machen konnte.
  • “Frau XY hat mir den Auftrag so durchgegeben…–((.”
Also war Phantasie gefragt. Zuerst übersetzte mein bayerisch geschultes Gehirn den Begriff “Schlachter” in “Metzger”. Ersteren werde ich wohl nie in meinen Sprachgebrauch übernehmen, aber im toleranten Norddeutschland versteht man mich auch so
.
Als nächstes lokalisierte ich den nächsten Metzger: in der Bergstraße. Es ist auch der einzige “Nur-Metzger” in Reinbek.
Für den Begriff “Nr. 2″ bemühte ich mein fotografisches Gedächtnis und erinnerte mich an die Tafeln im Fenster: “Täglich wechselnde Mittagsmenüs!”. Das “s” am Ende signalisierte Mehrzahl, also konnte mit “Nr. 2″ nur “Menü 2″ gemeint sein…–))
Am leichtesten war dann die Zieladresse, denn die Dame war mir von einem Auftrag vor 4 Wochen noch bekannt. Weiß gar nicht, ob ich die Sache mit dem Batterientausch im Radio schon erwähnt habe?
Egal. Das Puzzle setzte sich zusammen, noch während ich den Taxistand verliess und ich die nächste Kreuzung erreichte: Einmal das Menü 2 beim Metzger in der Bergstraße besorgen zu Frau XY in die Schulstraße bringen…!
Dieses setzte sich aus Pürée, Sauerkraut und Bratwurst zusammen. Eine Zusammenstellung, die durchaus meine Zustimmung fand, vor allem, weil mir selbst gerade der Magen knurrte. Nach ein paar Minuten Warten nahm ich ein gut eingepacktes Alu-Paket in Empfang und ließ den Benz die Bergstraße erklimmen und in die Schulstraße abbiegen. Dort auf dem Parkplatz sah ein Mann mich, mein Taxi und das Essen in meiner Hand.
  • “Ahaaa, Essen per Taxi kommen lassen…–))!”
  • “Das nennt man “Essen auf Rädern!” rief ich ihm zu.
Ich klingelte. Keine Reaktion. Nochmals klingeln. Immer noch nichts. Mein hungriger Magen klopfte ganz sachte bei meinem Verstand an.
  • Sie ist nicht da. Nimm du´s bevor´s kalt wird!!
Nichts da. Kunde hat bestellt und Kunde bekommt die Bestellung. Wenn sie denn da ist..!? Ich klingelte ein drittes Mal. Dann beim Nachbarn. Keine Reaktion.
Schon wollte ich zurück ins Auto und meine Kollegin bitten, die Kundin doch anzurufen und zu sagen, ich stünde vor ihrer Tür. Da öffnete sich doch noch selbige und im Hochparterre erwartete mich Frau XY mit großen Augen.
  • “Aaachh, ich hatte sie nicht gehörte. Sind Sie schon lange da?”
  • “Nun, könnte sein, daß das Essen nicht mehr ganz warm ist.”
  • “Das macht nichts.”
Nein, älteren Leuten macht so etwas wirklich nichts.
  • “Ich wollte es schon selber essen..–))”
Als ob sie befürchtete, ich könne meinen kleinen Scherz doch noch in die Tat umsetzen, nahm sie mir schnell das Päckchen ab und bezahlte die Rechnung.
Mein Magen knurrte weiter. Noch gut 1 Stunde lang..–((.

15. August 2011 Geschrieben von | Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Groß und flott…!

Der kurze Urlaub in Tirol und Südtirol war sehr schön, ebenso das Wetter. Bei meinem 3-stündigen Aufenthalt in München, inclusive Frühstück mit einer sehr netten ehemaligen Kollegin, musste ich des Öfteren natürlich auch an die tolle Taxizeit in dieser Stadt denken. Sogar meine Ortskenntnisse waren erhalten geblieben..–)), wie ich beim Gang vom Hauptbahnhof zur “Münchner Freiheit” feststellen konnte.

Das erste, was mir im Tiroler Ort Ehrwald auffiel waren – na? – natürlich die örtlichen Taxen. Offensichtlich kann ich nicht “ohne” sein?! Das gleiche im Südtiroler Kurort Meran. Wahrscheinlich brauche ich 4 Wochen Urlaub, um an diesen Autos vorbei sehen zu können?

Zurück in der Heimat wirkte sich mein Kurzurlaub scheinbar positiv auf meine Stimmung im Taxi aus. Die Kunden waren ausnahmslos freundlich und zu 90% spendabel mit Trinkgeld. Besonders deutlich spürte ich meine positives Auftreten, als ich am Mittwoch eine Kundin in ihrer Arztpraxis abholte. Auto geparkt, Taxameter eingeschalten und ab in den Aufzug. Dort oben zog ich die Tür auf, erblickte eine wartende ältere Dame und öffnete gerade den Mund um “Ta…?!” zu sagen, als sie schon aufstand und meinte:

  • “Sie müssen mein Taxifahrer sein!”
  • “Äh, ja, bin ich. Habe ich das auf der Stirn stehen..–))?”
  • “Nein, aber so groß und flott wie Sie hier hinein gekommen sind, gibt´s keine andere Möglichkeit..–))!”

Groß und flott? O.k., ich bin nicht klein. Aber flott? Nun, wenn ich so darüber nachdenke, kann ich das gelten lassen..–))

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Am Ort in Reinbek haben wir natürlich auch ein Konkurrenzunternehmen. Unter uns Fahrern verstehen wir uns zumeist gut, was vielleicht auch eine Folge der Vergütungsumstellung vor einigen Jahren ist. Als wir noch alle auf Umsatzbasis bezahlt wurden, war die Versuchung recht groß, den “anderen” mal eine Tour abzujagen und das Geld für die eigene Kasse, bzw. das eigene Gehalt einzufahren. Das hat sich aber, von Ausnahmen abgesehen, nach Einführung der Festgehälter gelegt. Trotzdem, es sind eben “die anderen”, die im selben Teich fischen wie wir und jeder Kunde, der zu uns wechselt, freut uns natürlich.

Am gestrigen Nachmittag schickte mich unsere Funkerin zu einer Adresse im benachbarten Wohltorf, einem etwas edleren Vorort von Hamburg. Hier müssen sich die Villen und Grundstücke kaum hinter denen in den Elbvororten verstecken und hier wohnen auch so manche Firmenchefs und andere hochrangige “Personen”. Die Adresse, zu der ich geschickt wurde, war mir aber bis dahin unbekannt. Es hieß nur, ich solle die Dame um 14.15 Uhr abholen, zum “Vier Jahreszeiten” an den Neuen Jungfernstieg fahren und das alles ginge auf Rechnung einer (sehr) großen ortsansässigen Firma (ca. 2300 Mitarbeiter, 1,6 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr).

Die Dame, Ende 50 würde ich sagen, setzte sich sympathischerweise zu mir nach vorne und wir unterhielten uns schon nach kurzer Zeit über Gott und die Welt. Irgendwann kam das Gespräch auch auf die konkurrierende Taxifirma bei uns in Reinbek. Sie erzählte mir von einem Vorfall, der sich vor einigen Wochen ereignete hatte. Einem Unfall, bei sich der Fahrer dieser Firma ihr gegenüber derart unmöglich benommen hatte, daß die ganze Angelegenheit nun auch vor Gericht ginge.

  • “Wir haben beschlossen, daß XY-Taxi von uns nicht mehr angerufen wird..!”

Oho! Das hört man gern. Aber sagen kann das jeder. Deshalb fragte ich nach.

  • “Darf ich fragen welche Funktion Sie in Ihrer Firma haben?”
  • “Natürlich, mein Mann ist der Geschäftsführer von YZ.”

Ups! Die Dame hatte also wirklich Einfluß in Entscheidungen solcher Art. Wer jetzt aber denkt, daß ich ab sofort “besonders” freundlich war, der irrt. Das war gar nicht nötig, denn scheinbar gefiel ihr die lockerer Art unserer Unterhaltung bis dahin und wir kamen auch wieder auf andere Themen. Beim “Vier Jahreszeiten” angekommen, ließ ich sie den Kreditzettel unterschreiben und sie ließ mich ein angemessenes Trinkgeld dem Fahrpreis hinzufügen. Während ich schrieb, näherte sich ein Herr, der sich als der eben erwähnte Geschäftsführer von YZ herausstellte. Nachdem er seine Frau begrüsst hatte, unterhielten wir uns noch kurz über die Bezahlung, etc. und auch er hinterließ bei mir einen positiven Eindruck.

Ich hoffe nun, daß die Beiden umgekehrt nun auch einen solchen von unserer Firma bekommen haben…–))!?

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13. August 2011 Geschrieben von | Allgemein | 1 Kommentar

Urlaub

Schon wieder macht der Taxi-Blog eine Pause…! Ich verabschiede mich ab morgen für 1 Woche nach Österreich und Südtirol in den Kurzurlaub.

Da ich mit der Bahn unterwegs sein werde, wird es über diese Reise sicher auch etwas zu schreiben geben..–)) Und Fotos natürlich bei Facebook. Wo sonst?

Bis bald!

3. August 2011 Geschrieben von | Allgemein | 4 Kommentare

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